Wie lässt sich der Eichenanteil im Stiftungswald langfristig erhöhen und welche Verfahren eignen sich dafür besonders? Mit diesen Fragen beschäftigt sich seit dem Winter 2022/2023 das Eichenprojekt der Sattelmühle-Stiftung. Drei Jahre nach Beginn des Projekts zeigen die Versuchsflächen eine erfreuliche Entwicklung.
Auf knapp zwei Hektar werden unterschiedliche Verfahren zur Verjüngung der Eiche erprobt: die Pflanzung von Baumschulpflanzen und Wildlingen sowie die Aussaat von Eicheln. Grundlage des Projekts ist ein wissenschaftliches Konzept von Dr. Katharina Hillenmeyer von der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Begleitet wird das Vorhaben von der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft (FAWF). Die Umsetzung vor Ort liegt bei Paula Hochscheidt, Försterin im Forstamt Johanniskreuz.
Ende Juli 2026 wurden sämtliche Versuchsparzellen erneut wissenschaftlich aufgenommen. Die Ergebnisse bestätigen, dass sich die kontinuierliche Pflege und die Nachbesserungen der vergangenen Jahre auszahlen: In den beiden Versuchsabteilungen Steinbachbrunnen und Straufelswiese hat sich der Anteil vitaler Eichen gegenüber der ersten Erhebung 2023 deutlich erhöht. Bei den Baumschulpflanzen im Steinbachbrunnen beispielsweise stieg er von 46 auf 75 Prozent, bei den Wildlingen von 44 auf 71 Prozent. Auf der Straufelswiese zeigt insbesondere die Entwicklung der Wildlinge einen deutlichen Fortschritt: Hier erhöhte sich der Anteil vitaler Pflanzen von 26 auf 65 Prozent.
Erfreulich ist auch die natürliche Entwicklung der Flächen. Neben den jungen Eichen haben sich unter anderem Buche, Kiefer, Vogelbeere, Kirsche, Fichte und Tanne angesiedelt. Vereinzelt finden sich zudem Douglasien. Damit entwickelt sich auf den Versuchsflächen eine vielfältige Naturverjüngung. Gleichzeitig zeigt sich, wie wichtig die regelmäßige Pflege bleibt: Adlerfarn, Heide, Brombeere und andere konkurrierende Vegetation können den jungen Eichen Licht und Entwicklungsraum nehmen.
Pflege bleibt entscheidend
Die bisherigen Ergebnisse machen deutlich, dass Pflanzung oder Saat allein nicht ausreichen. Entscheidend ist, den jungen Eichen ihren Entwicklungsvorsprung zu sichern. Regelmäßiges Freistellen und gezielte Nachbesserungen haben dazu beigetragen, die Zahl und Vitalität der Eichen deutlich zu steigern. Trotz der trockenen Witterung im Sommer 2026 präsentierten sich die meisten aufgenommenen Eichen vital und gut entwickelt.
Auch in den kommenden Jahren wird das Projekt deshalb intensiv begleitet. Für das Frühjahr 2027 sind auf der Straufelswiese weitere Pflegemaßnahmen vorgesehen. Unter anderem sollen die Pflanzreihen erneut von bedrängender Brombeere freigestellt und die Rückegasse gemulcht werden. Ziel ist es, die Lichtverhältnisse für die jungen Eichen weiter zu verbessern und ihre Entwicklung langfristig zu sichern.
Nach drei Jahren liefert das Eichenprojekt damit wertvolle Erkenntnisse darüber, wie die Eiche im Stiftungswald erfolgreich verjüngt und ihr Anteil langfristig erhöht werden kann. Zugleich zeigt das Projekt, dass nachhaltige Waldentwicklung ein langfristiger Prozess ist, der wissenschaftliche Begleitung, praktische Erfahrung und kontinuierliche Pflege miteinander verbindet.