Carsten F. Dormann, Biometrie & Umweltsystemanalyse, Fakultät für Umwelt und Natürliche Ressourcen, Universität Freiburg
Sattelmühle, 1.–7. Juli 2025
Tiere stimmen mit den Füßen ab: Wenn die Umweltbedingungen nicht passen, verlassen sie ein Gebiet. Deshalb ist die Analyse von Bewegungsdaten GPS-besenderter Tiere ein wissenschaftlich wichtiges und lebhaftes Forschungsfeld. Bewegungsdaten allein liefern jedoch nur ein eindimensionales Bild des Tierverhaltens. Zusätzliche Sensoren – etwa zur Erfassung von Beschleunigung, Schatten, Körpertemperatur oder Hufdruck – ermöglichen es, dieses Bild um weitere Facetten zu ergänzen.
In diesem internationalen Workshop stand die gezielte Erweiterung von Bewegungsdaten durch zusätzliche Sensordaten im Mittelpunkt, exemplarisch untersucht am Beispiel von Antilopen im südlichen Afrika. Wissenschaftler:innen aus neun Ländern identifizierten Verhaltensweisen, die mithilfe ergänzender Sensorinformationen erfasst werden können, und diskutierten, welche statistischen Verfahren hierfür angewendet oder weiterentwickelt werden müssen.
Aus dem Workshop gingen zahlreiche Ideen für konkrete Auswertungen hervor, insbesondere zur Untersuchung der Auswirkungen klimawandelbedingter Trockenheiten und Dürren auf das Verhalten von Antilopen in ariden Regionen. So deutet sich an, dass die Fähigkeit, höhere Körpertemperaturen zu tolerieren, eine wichtige Anpassungsstrategie darstellt, die jedoch bei anhaltender Trockenheit an ihre Grenzen stößt. Präzisere Aussagen werden durch die Kombination von Bewegungs- und Temperatursensoren möglich. Der Workshop auf der Sattelmühle erwies sich damit als wichtiges Entwicklungs- und Vernetzungstreffen auf dem Weg zu einem vertieften Verständnis dieser Zusammenhänge.